JMD - Ade?
Jährlich schrumpft der JMD des IB Leipzig.
Und das bei steigenden Fallzahlen!

Wer wir sind und was wir machen
Seit über 35 Jahren bietet der JMD jungen Menschen mit Migrationshintergrund von 12 bis 27 Jahren Beratung & Begleitung in verschiedenen Lebenslagen in Leipzig, sowie im Leipziger Landkreis. Viele unserer Ratsuchenden kommen ohne ein bestehendes soziales oder institutionelles Netzwerk zu uns und benötigen Unterstützung bei der Orientierung auf dem Ausbildungs-; und Berufsmarkt sowie eine Beratung zu Aufenthaltsperspektiven, Sprachkursen, Anerkennungs-, oder Studienmöglichkeiten.
Auch finden sich viele junge, alleinerziehende Mütter in unsrer Zielgruppe, die als besonders vulnerable Gruppe auf unsere Hilfe angewiesen sind, um die Kinderbetreuung, den Wohnraum und eine finanzielle Absicherung zu gewährleisten und Perspektiven wie Weiterbildungsmöglichkeiten zu eröffnen. Dadurch leisten wir auch indirekt einen wichtigen Beitrag zur Kinder- und Jugendhilfe.
Allein im Jahr 2025 haben wir insgesamt über 535 junge Menschen beraten und begleitet.
Neben unserer jahrelangen Erfahrung können wir eine breite Expertise vorweisen, denn neben unserem Regel JMD finden sich in unserem Team die Behördenunabhängige Asylverfahrensberatung, Respect Coach und JMD Digital… Außerdem sind wir Teil eines themenbezogenen Netzwerkes in der Stadt und dem Landkreis Leipzig, und wir arbeiten mit sehr vielen KooperationspartnerInnen zusammen.
Unser Problem:
Jährlich erhalten wir von unserem Träger eine tarifliche Lohnerhöhung was theoretisch als Weiterentwicklung anzusehen ist und auch als Anpassung an die Inflationsentwicklung sinnvoll erscheint.
Leider haben wir jedoch real keinen Nutzen davon, sondern wir sind sogar dadurch bedroht, da die mit öffentlichen Fördermitteln bereitgestellten Personalkosten nicht steigen. Das bedeutet, dass wir nun zum zweiten Mal in Folge Stunden reduzieren mussten, und dass trotz erhöhter Anfragen und auch tatsächlich höheren Zahlen an begleiteten Klient:innen? Es ist abzusehen, dass uns zum nächsten Jahr das Gleiche wieder erwartet und wir auf diese Art immer kleiner schrumpfen und unsere Arbeit, sowohl qualitativ als auch quantitativ, immer weniger zufriedenstellend leisten können. Diese Art von Einsparungen, die wir gezwungenermaßen vornehmen müssen, bedrohen also unser Team, sowie die Möglichkeit einer individuellen Integrationsbegleitung für junge Menschen, die nicht hier geboren wurden.
Gesellschaftlichen Folgen der Einsparungen:
Wir bieten Menschen mit Migrations- und/oder Fluchtgeschichte die Möglichkeit, sich kostenlos beraten zu lassen. Viele Menschen, die zu uns kommen, sind auf unsere Unterstützung angewiesen, weil beispielsweise die Deutschkenntnisse noch nicht ausreichen, um den Inhalt von Briefen zu verstehen und entsprechend darauf antworten zu können (etc). Um die ganzen bürokratischen Abläufe zu verstehen, von Anlaufstellen zu verschiedenen Themen zu wissen, sowie Rechte und Ansprüche zu kennen und geltend zu machen, bedarf es Unterstützung. Das Ziel unserer Arbeit ist es, die Menschen zu befähigen, selbst bestimmt ihren Alltag/Leben zu bewältigen.
Fällt der JMD weg, wird diesen Menschen die Integration extrem erschwert. Diese Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen häufig vor besonderen Herausforderungen, etwa beim Erlernen der Sprache, beim Zugang zu Bildung oder beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Fehlende Orientierung und Unterstützung können dazu führen, dass sich junge Menschen weniger zugehörig fühlen, was soziale Isolation begünstigen kann. Auch wirtschaftlich hätte der Wegfall Folgen. Wenn weniger junge Menschen erfolgreich in Ausbildung und Arbeit integriert werden, gehen potenzielle Fachkräfte verloren. Angesichts des Fachkräftemangels wäre das ein zusätzlicher Nachteil für die Gesellschaft insgesamt. Schließlich würden auch Schulen und andere Einrichtungen stärker belastet, weil sie Aufgaben übernehmen, die bisher vom Jugendmigrationsdienst geleistet wurden.
Insgesamt würde der Wegfall des Jugendmigrationsdienstes also nicht nur die betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst treffen, sondern auch langfristig negative Auswirkungen auf sozialen Zusammenhalt, Chancengleichheit und wirtschaftliche Entwicklung haben.
Weiterhin entlasten wir als JMD in vielen Fällen auch kommunale Behörden, da wir z.B. gemeinsam mit den Ratsuchenden Anträge und Unterlagen für das Jobcenter, die Ausländerbehörde, das Arbeitsamt, Arbeitgeber etc. Ausfüllen und vorbereiten. Fällt das Angebot des JMD weg, müsste diese Arbeit von anderen, ebenfalls überlasteten Organisationen und Behörden aufgefangen werden.
Aufmerksamkeit ist wichtig!
Also seid laut mit uns, redet darüber und teilt diese Info (mit euren KollegInnen und KooperationspartnerInnen.)