Unterstützte Beschäftigung (UB)

Unterstützte Beschäftigung ist die individuelle Einarbeitung, betriebliche Qualifizierung und Begleitung behinderter Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes. Ziel ist die Aufnahme eines sozialversicherungs-pflichtigen Beschäftigungsverhältnisses. Die Qualifizierung erfolgt direkt in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes.

Grundsatz der Unterstützten Beschäftigung: „Erst platzieren, dann qualifizieren.“

Der Ablauf

Die Unterstützte Beschäftigung kann bis zu 24 Monaten (2 Jahre) erfolgen, sie gliedert sich in drei Phasen:

Orientierungsphase:

Die Orientierungsphase umfasst alle Maßnahmen, die zur Vorbereitung auf die betriebliche Qualifizierung notwendig sind:

  • Feststellung von Eignung, Interessen, Leistungsfähigkeit und Unterstützungsbedarf
  • Erstellung eines Arbeitsplatzprofils sowie eines Tätigkeits- und Fähigkeitsprofils
  • Bewerbungstraining
  • Suche nach geeigneten betrieblichen Qualifizierungsplätzen
  • Platzierung des Teilnehmers im Betrieb, Erprobungspraktika in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes
  • mindestens 15 Stunden wöchentlich teilnehmerorientierte Qualifizierung in erprobungsfreien Zeiten (inklusive Teilnahme am wöchentlichen Projekttag)

Ziel der Erprobung ist die tendenzielle Festlegung auf ein Berufsfeld und das Herausarbeiten von Qualifizierungsinhalten für die anschließende Qualifizierungsphase.

Qualifizierungsphase:

Der Teilnehmer ist orientiert, im Betrieb platziert und kann jetzt für den Arbeitsplatz in Form eines Langzeitpraktikums praxisorientiert qualifiziert werden. Grundlage bietet der individuelle Unterstützungsbedarf:

  • Einarbeitung u. Qualifizierung auf dem individuell am besten geeigneten Arbeitsplatz, der eine berufliche Perspektive bildet
  • Unterstützung durch Ansprechpartner im Betrieb
  • mindestens 1x wöchentlich Besuch des Job-Coaches der UB
  • Arbeitszeit: abhängig von individuellen Voraussetzungen des Teilnehmers (3 bis 8 Stunden täglich zzgl. Pausen)
  • Teilnahme am wöchentlichen Projekttag

Der Übergang in die Stabilisierungsphase erfolgt, wenn der Teilnehmer seinen Arbeitsplatz sicher beherrscht und der Arbeitgeber ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis in Aussicht stellt. In einem Planungsgespräch wird der Übergang in das mögliche Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitgeber und den zuständigen Ämtern für eine weiterführende Förderung besprochen.

Stabilisierungsphase:

Der Teilnehmer soll im betrieblichen Alltag gefestigt werden mit dem Ziel einer dauerhaften Beschäftigung im Qualifizierungsbetrieb:

  • Stärkung und Festigung des Qualifizierungserfolges
  • Festigung von Selbstsicherheit und Selbstvertrauen
  • Vorbereitung auf eine ggf. anschließende Berufsbegleitung durch den Integrationsfachdienst

Der konkrete Verlauf sowie die Zeiträume der jeweiligen Phasen hängen von den individuellen Bedürfnissen jedes einzelnen Teilnehmers ab.

Das Vermitteln von beruflichen/berufsübergreifenden Lerninhalten und Schlüsselqualifikationen sowie Aktivitäten zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit sind wesentlicher Bestandteil aller drei Phasen. Ebenso erfolgt über den gesamten Zeitraum eine sozialpädagogische Begleitung. Diese leistet notwendige Hilfestellungen (z.B. bei Bewältigung von Alltagsthemen, bei lebenspraktischen Fragen und Problemen, bei Stress- und Konfliktbewältigung sowie bei außergewöhnlichen Problemlagen).

Die Voraussetzungen

Voraussetzung für die Teilnahme an der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ ist der sogenannte „Rehabilitationsstatus“ bei der Bundesagentur für Arbeit.

Die Entscheidung über eine mögliche Teilnahme trifft der Mensch mit Behinderung in Rücksprache mit seinem Rehabilitationsberater bei der für ihn zuständigen Agentur für Arbeit

Die Zielgruppe

Die Unterstützte Beschäftigung richtet sich an behinderte Menschen mit besonderen Unterstützungsbedarf, die nicht des besonderen Angebotes der Werkstätten für behinderte Menschen bedürfen und das Potenzial für eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (Arbeitsmarktfähigkeit) haben.

Die Ziele des Angebots

Ziel der Unterstützten Beschäftigung ist die Aufnahme eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Kontakt

Arlett Nehring
Janett Matschoß

Standort

Bildungszentrum Jena
Am Herrenberge 3
07745 Jena
Fax.: 03641 687 202
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