Interview zum Jugendangebot Queer Youth

Drei Fragen an Sigrid Laber


Wer nach queeren Einrichtungen innerhalb des IB sucht, kommt an Queer Youth Heidelberg nicht vorbei, denn das Jugendangebot ist mittlerweile eine echte Insitition. Anlässlich des Pride Months wollten wir hierzu mehr erfahren und haben mit der Mitarbeitenden Sigrid Laber ein Interview geführt:

  1. Was ist Queer Youth, seit wann gibt es das Angebot und was ist das Ziel?

    "Queer Youth ist seit 2018 ein offenes Angebot für lsbtqia+ Jugendliche bis 18 Jahre. Auch Jugendliche, die sich unsicher sind in Bezug auf ihre sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität sind willkommen. Unser Ziel ist es, den Jugendlichen, geschützte Räume zum Austausch sowie zum angstfreien Erleben und Ausprobieren zu bieten. Wir unterstützen sie beim inneren und beim äußeren Coming-out und wir sorgen durch die Teilnahme an Veranstaltungen und mit eigenen Aktionsformaten für mehr Sichtbarkeit von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Wir haben in Heidelberg ein breit aufgestelltes Netzwerk von Institutionen, die in der Präventions- und Antidiskriminierungsarbeit aktiv sind. Das ermöglicht es uns, in Kooperation solche bedarfsgerechten Angebote umzusetzen."

     
  2. Wie ist die Resonanz des Angebots und haben Sie in den letzten Jahren eine Veränderung wahrgenommen?

    "Wir konnten seit 2018 mehr als 90 Jugendliche mit unserem Angebot erreichen. Es zeigt sich, dass es besonders für die Zielgruppe der jüngeren queeren Jugendlichen geschützte Räume braucht. So stellt die Schule für viele dieser Jugendlichen einen problematischen Lebensraum dar. Sie machen die Erfahrung, dass Lehrkräfte nur selten auf homophobe Schimpfwörter oder Mobbing reagieren. Darüber hinaus findet im Rahmen des Unterrichts keine positive Thematisierung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt statt. Findet ein Coming-out (gewollt oder ungewollt) statt, so sehen sich die Jugendlichen mit Ausgrenzung und Diskriminierung konfrontiert. Für die Mehrzahl der Jugendlichen ist Schule darum ein Ort, an dem sie nicht sichtbar sein können und an dem ihre Bedürfnisse nicht ernst- bzw. wahrgenommen werden. Das gilt besonders für die transidenten Jugendlichen, die häufig auf Unverständnis und Widerstand stoßen, wenn es darum geht, dass ihre Geschlechtsidentität im Schulalltag entsprechend berücksichtig wird."

     
  3. Welche Pläne haben Sie für die Zukunft und was wünschen Sie sich für die Zukunft?

    "Die Förderung unseres Projektes PEP – Netzwerk Prävention und Empowerment für lsbtqia+ Jugendliche durch die Aktion Mensch ermöglicht es uns, in den Lebensräumen von Kindern und Jugendlichen stärker aktiv zu werden. Damit Fachkräfte im Lebensraum Schule und Freizeit als Ansprechpersonen und Multiplikator*innen für das Thema lsbtqia+ bereitstehen, werden sie für die spezifischen Bedarfe der Zielgruppe sensibilisiert und qualifiziert. Dafür erstellen wir u.a. eine Info- und Methodensammlung. Zusätzlich führen wir in den Heidelberger Schulen und Jugendhäusern Aktionen und Angebote zur Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt durch. Empowerment-Workshops für queere Jugendliche unterstützen sie bei der Bearbeitung negativer Erfahrungen und vermitteln ihnen Strategien zum Umgang mit Diskriminierung. 
    Ich wünsche mir, dass es in den Lebensbereichen von queeren Jugendlichen mehr qualifizierte Anlaufstellen und Ansprechpersonen gibt und dass sexuelle und geschlechtliche Vielfalt eine positive Thematisierung in der Öffentlichkeit erfährt, damit queeren Jugendlichen ein sicheres, offenes und akzeptiertes Aufwachsen ermöglicht wird."
     

Liebe Frau Laber, vielen Dank für den interessanten Einblick und Ihre Motivation zur Förderung weiterer Queer Youth Projekte und Aktionen!

Sigrid Laber

Sigrid Laber                    

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