Antisemitismus in Deutschland ist 82 Jahre nach der Reichspogromnacht immer noch nicht Geschichte

IB: Unsägliche Gräuel haben gezeigt, wohin Intoleranz und Rassismus führen können

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Berlin, Synagoge Fasanenstraße

Überall in Deutschland und Österreich waren in der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 Synagogen, Schulen und Bethäuser zerstört worden.

Jüdinnen und Juden in Deutschland sollen sich mit einer Kippa im Alltag wohlfühlen, hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Stellungnahme zur Reichspogromnacht heute vor 82 Jahren kommuniziert. Der 9. November 1938 war der vorläufige schreckliche Höhepunkt der Judenverfolgung unter den Nationalsozialisten. Hunderte von Jüdinnen und Juden kamen als Folge der gelenkten und staatlich organisierten Gewalt gegen sie rund um diesen Tag ums Leben, viele begingen auch Selbstmord. Synagogen, Schulen und Bethäuser gingen in Flammen auf.

"Lange Zeit war angenommen worden, dass der Antisemitismus in Deutschland Geschichte sei. In den vergangenen Jahren mussten wir jedoch feststellen, dass das offensichtlich ein Trugschluss war – wie nicht zuletzt der Anschlag auf die Synagoge in Halle im vergangenen Jahr bewiesen hat", stellt der IB-Vorstandsvorsitzende Thiemo Fojkar fest. "Unser Grundgesetz als Basis unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens ist da eigentlich eindeutig und sichert allen Menschen in seinem Geltungsbereich die Freiheit des Glaubens und der Religionsausübung zu. Dem folgen wir als IB selbstverständlich und haben schon vor Jahren unsere Aktivitäten zur Stärkung der Vielfalt im IB und der Gesellschaft intensiviert", so Fojkar weiter.

"Doch nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen Ländern Europas und der Welt beobachten wir mit großer Sorge, dass Toleranz und Akzeptanz von Menschen mit anderen Meinungen oder einem anderen Glauben zu schwinden scheint. Vielfach wird dieser latente Rassismus außerdem von staatlichen Stellen oder staatlichen Repräsentanten gefördert, so dass es immer wieder eine erfreuliche Botschaft ist, wenn sich gemäßigte Kräfte, die sich dem Ausgleich verpflichtet sehen, durchsetzen können."

Hass und Gewalt dürfen niemals als normal betrachtet werden, wir alle müssen uns immer wieder auch selbst prüfen und uns um Verständnis für andere bemühen, fordert der IB-Vorstandsvorsitzende. Wohin Intoleranz und Rassismus führen können, haben die unsäglichen Gräuel in der Zeit des Nationalsozialismus gezeigt. Dazu darf es niemals wieder kommen, nicht bei uns in Deutschland und auch sonst nirgendwo auf dieser Erde. Um dies mit leicht abgewandelten Worten des designierten neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten zu sagen: Die anderen sind keine Feinde, nur weil sie andere Ansichten haben. Sie sind Menschen und wir müssen uns alle untereinander auch so behandeln!


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