Personalmangel, Lernrückstände und soziale Spaltung setzen Schulen zunehmend unter Druck. Zum Tag der Bildung am 24. Januar macht der Internationale Bund (IB) auf die anhaltenden Herausforderungen im deutschen Schulsystem aufmerksam und fordert verlässliche Investitionen und mehr Bildungsgerechtigkeit. Laut dem aktuellen Bildungsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft ist das Leistungsniveau an Schulen insgesamt zurückgegangen. Besonders große Schwierigkeiten gibt es bei der Integration von Kindern aus Familien mit Fluchtbiografie.
Seit Jahren stehen Schulen vor großen Herausforderungen. Die Corona-Pandemie hat Lernrückstände und Motivationsprobleme vieler Schüler*innen verstärkt. Zugleich stellen die Integration von Kindern aus geflüchteten Familien sowie die Digitalisierung Probleme dar. Darüber hinaus mangelt es vielerorts an Zeit, Personal und passgenauen Förderangeboten – mit der Folge, dass immer mehr Schüler*innen dem Unterricht nicht dauerhaft folgen können.
Herkunft entscheidet noch immer über Bildungschancen
Wie eng soziale Lage und Bildungschancen miteinander verknüpft sind, zeigen Zahlen des statistischen Bundesamtes: Minderjährige mit Einwanderungsgeschichte sind viermal so häufig von Armut betroffen wie Gleichaltrige. Diese deutliche soziale Benachteiligung wirkt sich auch auf ihre Bildungschancen aus.
Der IB erlebt diese Ungleichheiten täglich in seiner Bildungs- und Jugendsozialarbeit. Bildungserfolg hängt in Deutschland nach wie vor stark von der sozialen Herkunft ab – obwohl Bildung der Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe, beruflichen Perspektiven und einem selbstbestimmten Leben ist.
Aus Sicht des IB braucht es dringend verlässliche Investitionen in Bildung, den Ausbau multiprofessioneller Teams an Schulen sowie eine stärkere Verzahnung von Schule, Jugendhilfe und Sozialarbeit. Bildung darf nicht vom familiären Hintergrund abhängen.
Thiemo Fojkar, Vorstandsvorsitzender des IB