Bildungsverband bietet seine Mitarbeit an


Wenn auch die öffentliche Diskussion um die Vorschläge der Kommission sich vorrangig auf die umstrittenen Themen wie z.B. Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe, Ich-AG und Job-Floater konzentriert, sind gleichwohl Vorschläge zu einer Neuausrichtung der beruflichen Weiterbildung für Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen zu erwarten. Wegen der finanziellen Dimension der beruflichen Weiterbildung - immerhin fließen 2,2 Mrd. EURO in die Maßnahmen - ist davon auszugehen, dass Weiterbildung nicht länger ein Randthema bleibt. Es bleibt zu hoffen, dass die Diskussion um eine Reform der Arbeitsmarktpolitik und damit über die Weiterbildung mit der notwendigen Sachlichkeit und Fairness stattfindet, die in letzter Zeit in Publizistik und Politik oftmals verloren gegangen scheint.Der Bildungsverband begrüßt es ausdrücklich, dass die Arbeit der Bundesanstalt für Arbeit entbürokratisiert und kundenorientiert organisiert werden soll; dies erhöht die notwendige Flexibilität und ermöglicht einen individuellen und zielführenden Umgang mit den Arbeitslosen. Aus der Zusammenarbeit mit den Arbeitsämtern wissen wir, dass die Arbeitsberater selbst unter der Last der Bürokratie leiden.Die Hartz-Kommission konstatiert, dass Weiterbildung - auch die Qualifizierung von Arbeitslosen - Aufgabe der Betriebe sei und dass Weiterbildung außerhalb von Betrieben lediglich subsidiären Charakter habe. Diese Auffassung unterstellt, dass erstens Betriebe über die notwendigen Kapazitäten verfügen und dass sie zweitens immer genau wissen, welche Qualifikationen erforderlich sind. In Wirklichkeit haben die Betriebe schon heute große Schwierigkeiten, genügend Ausbildungspl ätze zur Verfügung zu stellen und ihre eigenen Beschäftigten im notwendigen Umfang weiterzubilden. Weiterbildungsexperten wissen außerdem, dass mit Ausnahmen im gewerblich-technischen Bereich Betriebe sehr oft kaum in der Lage sind, verlässliche Angaben zu ihrem Qualifizierungsbedarf zu machen.Dass eine vermittlungsrelevante Weiterbildung betriebsnah organisiert werden soll, ist seit Jahren unumstritten, daher finden die meisten Weiterbildungsmaßnahmen bereits heute "dual", d.h. in Betrieben und Bildungseinrichtungen statt. Mehrmonatige betriebliche Praktika sind Bestandteil der meisten Qualifizierungsmaßnahmen. Insofern sind Weiterbildungseinrichtungen als Transmissionsriemen und Katalysator weiterhin notwendig, die Betriebe alleine wären mit der Übertragung weiterer Qualifizierungsaufgaben völlig überfordert.

 


     
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