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Das Zeugnis schlecht, der Schulabschluss in Gefahr, was nun?

Der Internationale Bund bietet in Dormagen zur Zeugnisvergabe ein zusätzliches offenes Beratungsangebot für Jugendliche und Eltern

Elmar Prinz und Anne Nyssen von der Beratungsstelle Sprung(s)chance des Internationalen Bundes in Dormagen stehen lächelnd vor dem Gebäude der Einrichtung.
Elmar Prinz und Anne Nyssen von der "Sprung(s)chanze" des Internationalen Bundes (IB) in Dormagen. Es fehlt Simone Stumpp. Foto: IB

Diplom-Pädagoge Elmar Prinz arbeitet in der Beratungsstelle Sprung(s)chance des Internationalen Bundes (IB) im rheinischen Dormagen. An diesem Wochenende, pünktlich zur Zeugnisvergabe in Nordrhein-Westfalen, bietet die Einrichtung gemeinsam mit anderen Trägern ein offenes Beratungsangebot für Schüler*innen und ihre Eltern.

Herr Prinz, wie genau sieht Ihre Beratung zum Schuljahresende aus? 

Unsere Einrichtung besteht das ganze Jahr und bietet Berufsorientierung für junge Menschen an. Wir beraten Schüler*innen beim Übergang in die Arbeitswelt. Wir klären zum Beispiel mit den Jugendlichen: Was könnte die richtige Ausbildung sein, wo kann ich sie machen, was muss ich dafür tun?

Im vergangenen Jahr gab es hier in Dormagen im zeitlichen Zusammenhang mit der Zeugnisverleihung zwei Suizide. Deshalb haben wir uns mit drei weiteren Trägern der Jugendberufshilfe Dormagen zusammengesetzt und überlegt, was man präventiv tun kann. So entstand die Idee, rund um die Zeugnisverleihung ein zusätzliches offenes Beratungsangebot ohne Anmeldung zu organisieren. 

Es ist uns wichtig, etwas anzubieten, für alle, die schlechte Noten haben und nicht wissen, wie es weitergehen soll. Wir wenden uns dabei an Jugendliche und Eltern. Dies geschieht in Absprache mit den Schulen, die im Vorfeld für dieses Angebot werben. Wir haben es zum Ende des ersten Schulhalbjahres 2025/26 erstmals durchgeführt und die Erfahrungen waren positiv. 

Was sind die häufigsten Fragen oder Probleme, mit denen Menschen zu Ihnen kommen? 

Oft geht es darum, dass Jugendliche einen schlechteren Schulabschluss machen, als sie oder ihre Eltern erwartet hatten – oder gar keinen. Sie haben keinen Plan B. Wir zeigen dann zum Beispiel andere Bildungswege auf. 

Manchmal geht es auch darum, dass jemand überhaupt nicht mehr zur Schule gehen will. Wir klären dann zum Beispiel, ob es Alternativen zur Schule gibt, ob jemand noch schulpflichtig ist oder ob zum Beispiel ein Freiwilliges Soziales Jahr beim IB in Frage kommt? Oft wissen die Jugendlichen und ihre Eltern auch nicht, dass Ausbildung auch ohne Schulabschluss möglich ist. 

Was raten Sie Eltern, deren Kind nicht die erhoffte schulische Leistung zeigt? 

Eltern sollten nicht in Panik verfallen, sondern entspannt bleiben. Oft sind Erwachsene selbst mit der Situation überfordert und geben den Druck dann an die Kinder weiter. Das können wir keinesfalls empfehlen! Daher richtet sich unser Beratungsangebot auch an Eltern. Zum Halbjahr waren zwei Mütter da.  

Wir leisten dann Beruhigungsarbeit. Viele Wege führen zum Ziel. Oft kennen Erziehungsberechtigte das Bildungssystem und dessen Möglichkeiten nicht. Da können wir helfen. Oft ist es auch so, dass die Eltern von ihren Kindern das Abitur fordern und dann aus allen Wolken fallen, wenn es nicht klappt. Aber es gibt immer eine Alternative und die muss nicht schlechter sein. Wenn wir nur in einem einzigen Fall helfen können, hat es sich bereits gelohnt! 

Vielen Dank für das Gespräch! 

Mehr über das Angebot erfahren

Das kostenlose, offene Beratungsangebot der Sprung(s)chanze in der Heesenstraße 8 in Dormagen ist am Freitag, 17. Juli, und Samstag, 18. Juli, jeweils von 10-16 Uhr für Schüler*innen und Eltern geöffnet. Einfach unverbindlich und ohne Anmeldung vorbeikommen!

Sollten Sie oder Ihr Kind aufgrund von Schulnoten psychisch belastet sein, nehmen Sie bitte Unterstützung in Anspruch. Wenden Sie sich an eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe oder an die Nummer gegen Kummer. Kinder und Jugendliche erreichen die Beratung unter 116 111 (Mo bis Sa von 14:00 bis 20:00 Uhr), Eltern unter 0800 111 0 550 (Mo, Mi, Fr von 9:00 bis 17:00 Uhr sowie Di und Do von 9:00 bis 19:00 Uhr). 

Kontaktdaten unseres Presseteams

Dirk Altbürger
Pressesprecher
Telefon: +49 69 94545-107

Matthias Schwerdtfeger
Stellvertretender Pressesprecher
Telefon: +49 69 94545-108

Angelika Bieck
Stellvertretende Pressesprecherin
Telefon: +49 69 94545-126


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