Kommunikation ist eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Für taube und hörbehinderte Menschen bestehen dabei noch immer Barrieren – im Alltag, im Berufsleben und beim Zugang zu Informationen. Anlässlich des Internationalen Tags der Gebärdensprachen am 23. September rückt der Internationale Bund (IB) die Teilhabe tauber und hörbehinderter Menschen in den Fokus.
In Deutschland sprechen rund 200.000 Menschen Deutsche Gebärdensprache (DGS), davon sind rund 80.000 gehörlos. Noch immer fehlen vielerorts barrierefrei zugängliche Beratungs- und Unterstützungsangebote für taube Menschen. Umso wichtiger sind Angebote, die ihre besonderen Kommunikationsbedürfnisse berücksichtigen. Ein Beispiel dafür ist die Arbeit des Integrationsfachdienstes (IFD) Main-Kinzig des IB in Hanau.
Seit Anfang 2026 berät IB-Mitarbeiter Caio Schucht Lessa dort taube und hörbehinderte Menschen sowie Arbeitgeber*innen.
Noch immer wird häufig erwartet, dass sich taube und hörbehinderte Menschen an die hörende Welt anpassen. Aber gute Kommunikation kann nur gelingen, wenn beide Seiten aufeinander zugehen und Barrieren gemeinsam abbauen.
IB-Mitarbeiter Caio Schucht Lessa
Die kostenfreie und vertrauliche Beratung kann auf Wunsch in Deutscher Gebärdensprache (DGS) stattfinden – beim IFD oder direkt in Betrieben. Dabei geht es etwa um Kommunikation und Zusammenarbeit am Arbeitsplatz sowie um technische Unterstützungsmöglichkeiten.
Informationen ohne Barrieren
Barrierefreiheit betrifft auch den Zugang zu Informationen. Der IB setzt sich dafür ein, Barrieren abzubauen und Teilhabe zu ermöglichen – auch in der eigenen Kommunikation. Auf der Website des IB steht deshalb inzwischen ein Video in Deutscher Gebärdensprache zur Verfügung, das den Internationalen Bund und seine Arbeit vorstellt. Es erklärt unter anderem, wofür der IB steht und in welchen Bereichen er Menschen mit seinen Angeboten unterstützt. Damit sind grundlegende Informationen über den IB nun auch für Menschen zugänglich, die DGS nutzen.
„Teilhabe setzt voraus, dass Menschen Informationen verstehen und miteinander kommunizieren können. Dafür müssen wir Barrieren erkennen und konsequent abbauen. Gebärdensprache ist für viele Menschen eine wesentliche Voraussetzung, um selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben mitzuwirken“, sagt Thiemo Fojkar, Vorstandsvorsitzender des IB.
Der Internationale Tag der Gebärdensprachen wird jedes Jahr am 23. September begangen. Die Vereinten Nationen haben ihn ins Leben gerufen, um auf die Rechte gehörloser Menschen und die Bedeutung von Gebärdensprachen aufmerksam zu machen. Gebärdensprachen sind eigenständige Sprachen mit eigener Grammatik und Struktur. Mehr Informationen dazu gibt es beim Deutschen Gehörlosen-Bund.