IB besorgt angesichts des Höchststands bei Kindeswohlgefährdungen

Statistisches Bundesamt meldet für 2020 mehr als 60.000 Fälle – Besonders hoher Anstieg bei psychischen Misshandlungen

Teilen Sie unsere Inhalte

Der IB ist angesichts steigender Zahlen von Kindeswohlgefährdung besorgt. Foto: Noah Silliman / unsplash

Der Internationale Bund (IB) ist äußerst besorgt angesichts der erneut gestiegenen Zahlen bei den Kindeswohlgefährdungen in Deutschland. Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldet in einer aktuellen Mitteilung für das Jahr 2020 insgesamt fast 60.600 Fälle. Das sind rund 5.000 (neun Prozent) mehr als 2019. Bereits in den beiden Jahren davor war die Zahl um jeweils zehn Prozent gestiegen. Im ersten Corona-Jahr haben die behördlich erfassten Kindeswohlgefährdungen nun einen neuen Höchststand seit Einführung der Statistik 2012 erreicht.

Besonders eklatant ist der Anstieg bei den psychischen Misshandlungen mit einem Plus von 17 Prozent. Dies kann möglicherweise auf die Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Pandemie-Bekämpfung zurückgeführt werden. Andererseits sind durch die zeitweise geschlossenen Schulen und Kitas sicher auch Fälle von Kindeswohlgefährdungen unentdeckt geblieben.

COVID-19-Lockdowns haben Auswirkungen auf Kindeswohl

58 Prozent der Kinder litten danach unter Vernachlässigung, etwa ein Drittel wies Anzeichen von psychischen Misshandlungen auf. Dazu zählt die Statistik zum Beispiel Einschüchterungen, Demütigungen, Isolierung oder emotionale Abweisung. In 26 Prozent der Fälle gab es Hinweise auf körperliche, in fünf Prozent auf sexuelle Gewalt.

Schulen, Kitas und Kindergärten gaben den Behörden weniger Hinweise auf mögliche Kindeswohlgefährdungen als in den Vorjahren. Dagegen stieg der Anteil der Meldungen aus der Bevölkerung, also beispielsweise von Nachbarn*Nachbarinnen, Bekannten oder anonymen Quellen. Auch dies dürfte eine Folge der Lockdowns sein.

„Gesellschaft muss Heranwachsen zu selbstbestimmten Menschen ermöglichen!“

„Den Kindern unserer Gesellschaft muss unbedingt ein Heranwachsen zu selbstbestimmt handelnden Mitgliedern der Gesellschaft ermöglicht werden. Deshalb erschrecken mich die Zahlen zutiefst. Hier muss noch viel getan werden. Wir als IB setzen durch unsere Maßnahmen zum Schutz der Kinder alles daran, dieses Ziel zu erreichen“, erklärt der IB-Vorstandsvorsitzende Thiemo Fojkar.

Hier sind alle Angebote des IB in Sachen Erziehungshilfe zu finden.


Ihr Ansprechpartner für Presse

Dirk Altbürger
Telefon: +49 69 94545-112
e-Mail: Senden