IB fordert Ausweitung des Deutschunterrichts auf 900 Stunden

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Wie in den vergangenen Tagen bekannt wurde, plant die Bundesregierung, die Fördermittel für Integrationskurse für Zuwanderer um rund ein Drittel auf 140 Millionen Euro zu kürzen. Auch wenn die für das Jahr 2005 vorgesehenen Mittel in diesem Bereich tatsächlich nicht ausgegeben wurden, warnt der IB doch eindringlich davor, sie jetzt zu reduzieren. Vielmehr, so der IB, müsse die Qualität der Integrationsangebote deutlich verbessert werden, damit deren Ziel, die Teilnehmer der Kurse (Gesamt 2005: 124.505 Personen) in die Gesellschaft einzugliedern, erreicht werden kann. Der Internationale Bund (IB) führt an mehr als 100 Orten Integrationskurse durch, die nach dem Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes Anfang 2005 völlig neu organisiert werden mussten. Und in der Tat haben auch beim IB deutlicher weniger Teilnehmer als erwartet die Kurse besucht. Der IB begrüßt die Zusicherung des Bundesinnenministeriums, dass auch nach der Kürzung der Mittel jeder neu Zugewanderte an einem Kurs teilnehmen kann. Gleichzeitig tritt er aber dafür ein, das eingesparte Geld der nachhaltigeren Integration von Ausländern und Spätaussiedlern in Arbeitsmarkt und Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Nach dem ersten Jahr mit den neu konzipierten Integrationskursen ist nämlich deutlich geworden, dass die 600 Stunden Sprachunterricht, Kernstück der Kurse, nicht ausreichen, um die Integration sicher zu stellen. So besteht nur die Hälfte der Teilnehmer den Abschlusstest. Insbesondere für junge Zuwanderer, die der IB in seinen 65 Jugendmigrationsdiensten bei ihrer Integration begleitet, sind 600 Stunden Deutschunterricht viel zu wenig. Gute Deutschkenntnisse sind aber eine Grundvoraussetzung, um am Arbeitsmarkt überhaupt eine Chance zu bekommen. Der IB hat vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge den Auftrag erhalten, eine bundesweit verbindliche Konzeption für Jugendintegrationskurse zu erstellen. Der Rahmen vom 630 Stunden für den Sprach- und Orientierungskurs ist dabei vorgegeben. Der IB hält diese Zahl für viel zu niedrig angesetzt. Junge Zuwanderer, die wenig Vorkenntnisse im Sprachenlernen besitzen, oder die durchschnittliche oder unterdurchschnittliche Leistungen erbringen, brauchen deutlich mehr Stunden, um an die Ausbildungsfähigkeit herangeführt zu werden. Ähnliches gilt auch für alle anderen Zuwanderer, die bisher wenig Erfahrung mit dem Lernen haben, wie Analphabeten oder Menschen ohne Schulabschluss.

 

     
Der IB appelliert daher an die Bundesregierung, diese Zielgruppen mit mindestens 900 Stunden Deutschunterricht zu fördern. Auch sollten besondere Hilfen bereitgestellt werden, um lernungewohnte Migranten - insbesondere Mütter - zur Teilnahme an den Integrationskursen zu motivieren. 
Der IB hält die geplante Kürzung für kontraproduktiv und fordert die Bundesregierung auf, bei der Integration nicht am falschen Ende zu sparen.


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