IB fordert Fachkräfteoffensive für Kitas, Horte und Hilfen zur Erziehung

Personalnot vergrößert sich – Corona verschärft die Lage


Gemeinsames Kochen in einer Einrichtung für Kinder: Der IB wünscht sich eine Fachkräfteoffensive für Kitas, Horte, Ganztagsbetreuung und Hilfen zur Erziehung.

Gemeinsames Kochen in einer Einrichtung für Kinder: Der IB wünscht sich eine Fachkräfteoffensive für Kitas, Horte, Ganztagsbetreuung und Hilfen zur Erziehung. Foto: Arina P. Habich/shutterstock.com

Der Internationale Bund (IB) fordert von der Politik eine schnelle und nachhaltige Fachkräfteoffensive für Kindertagesbetreuung und Hilfen zur Erziehung. Nur so lässt sich nach Ansicht des freien Trägers die Personalsituation in diesen Bereichen wenigstens mittel- bis langfristig stabilisieren. Eine aktuelle Studie untermauert diese Forderung in Bezug auf Kitas: Laut des Deutschen Kitaleitungskongresses (DKLK) stößt eine Mehrheit entsprechender Einrichtungen inzwischen personell an ihre Grenzen selten.

Unter anderem die COVID-19-Pandemie war für diese Bereiche eine große Belastung. Nicht nur, dass besondere Maßnahmen – wie Hygiene- und Testungskonzepte durchgeführt werden mussten. In Kitas und Horten führte die Erkrankung von Beschäftigten und Kindern mitunter sogar zur vorübergehenden Schließung von Einrichtungen. 84 Prozent der Kitaleitungen gaben laut Studie an, dass sich der Personalmangel in den letzten zwölf Monaten verschärft habe. 2021 sagten dies noch 72 Prozent.

Vergleichbare Entwicklungen zeigen sich in den Hilfen zur Erziehung, also beispielsweise „Stationären Hilfen“ als Lebensorte für Kinder und Jugendliche, die aus den verschiedensten Gründen nicht bei ihren Familien leben können. Diese stehen jedoch kaum im Fokus der Öffentlichkeit. Auch hier hat die Corona-Pandemie – bei einer ohnehin mittlerweile dramatischen Personalsituation – zu großen Engpässen geführt. Stationäre Hilfen lassen sich, anders als zum Beispiel Kitas, auch nicht vorübergehend schließen. Ebenso stellt sich die Situation in den ambulanten Hilfen aus dem Aspekt des Kinderschutzes heraus dar.

Ukrainische Kinder kommen in deutsche Kitas und stationäre Hilfen

82 Prozent der Befragten Kitaleitungen fühlen sich durch ihre Tätigkeit psychisch belastet – und die Arbeit wird nicht weniger. Abgesehen davon, dass die Pandemie keineswegs vorüber ist, kommen inzwischen immer mehr geflüchtete Kinder aus der Ukraine in Deutschland an. Diese werden zu einem großen Teil deutsche Kitas besuchen.

In den Hilfen zur Erziehung lässt sich bislang der Bedarf, insbesondere an stationären Hilfen, für geflüchtete junge Menschen und Familien aus der Ukraine noch mit der Aufstockung bestehender Angebote abdecken. Sicherlich wird die Nachfrage nach ambulanten und stationären Hilfen in den kommenden Wochen und Monaten steigen. Wie groß der Bedarf letztlich wird, ist jedoch noch nicht genau abzuschätzen.

„Die frühkindliche Bildung und die Hilfen zur Erziehung sind von enormer Bedeutung. Hier werden Grundsteine für die weitere Entwicklung gelegt – oder eben nicht. Die jungen Menschen sollten uns dies wert sein. Der Fachkräftemangel in den erzieherischen und pädagogischen Berufen muss jetzt schnell und wirkungsvoll durch die Politik bekämpft werden. Das Gute-Kita-Gesetz reicht nicht“, sagt Thiemo Fojkar, der Vorstandsvorsitzende des IB.

Offene Stellen in den Erziehungshilfen, Kitas, Horten, Ganztags-Angeboten und weiteren Einrichtungen des IB sind hier zu finden.


 

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