IB kritisiert uneinheitliche Nachhilfe-Angebote der Bundesländer in den Sommerferien

Nur ein kleiner Teil der Schüler*innen mit Förderbedarf wird den durch Corona versäumten Stoff aufarbeiten


Momentan sind die meisten Klassenzimmer leer. Der IB kritisiert, dass dies trotz Corona auch während der gesamten Sommerferien in vielen Schulen so bleibt. Foto: Coyot/Pixabay

Der Internationale Bund (IB) kritisiert die Nachhilfe-Angebote der Bundesländer für Schüler*innen mit Förderbedarf während der Sommerferien. Das uneinheitliche Vorgehen sorgt dafür, dass nur ein kleiner Teil der Kinder mit schwächeren Leistungen den durch Corona versäumten Stoff aufarbeiten wird.

Schätzungen gehen davon aus, dass nach den Corona-bedingten Schulschließungen etwa 20-25 Prozent der Schüler*innen in Deutschland einen erhöhten Förderbedarf haben. Sie wurden durch ausfallenden oder nur digital stattfindenden Unterricht besonders hart getroffen. Doch viele Bundesländer stellen gar nicht allen von ihnen Plätze in ihren Nachhilfe-Programmen im Sommer zur Verfügung.

Manche Eltern können Lernstoff nicht selbst aufarbeiten und benötigen Unterstützung

In Hamburg etwa werden es maximal zehn Prozent sein. In Berlin liegt die Quote gar nur bei 2,3 Prozent, in Bremen bei 2,7, in Baden-Württemberg bei vier. Andere Länder nennen zu diesem Thema überhaupt keine Zahlen. Der Bund hat ihnen im Rahmen seines Programms „Aufholen nach Corona“ zu diesem Zweck eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt. Dies geschah allerdings in der Erwartung, dass die Länder diese Summe aus eigener Tasche anteilig aufstocken. Auch das ist jedoch keinesfalls sicher. Fällt das zusätzliche finanzielle Engagement aus oder bleibt gering, wird sich dies negativ auf die Zahl der mit den Maßnahmen erreichten Schüler*innen auswirken.

Darüber hinaus ist der IB irritiert, dass es in den Landesregierungen Stimmen gibt, die sagen, es gebe fast keinen zusätzlichen Förderbedarf und wenn, solle er von den Kindern durch selbstständiges Lernen aufgeholt werden.

„Das geht ganz klar an der Realität vorbei. COVID-19 hat – auch aufgrund teilweise mangelhafter digitaler Ausstattung der Schulen – bei vielen jungen Menschen große Wissenslücken aufgerissen. Manche Eltern können den Lernstoff aus den unterschiedlichsten Gründen nicht selbst aufarbeiten. Sie benötigen dringend Unterstützung. Hier sind ganz klar die Länder gefordert, damit Schüler*innen nicht noch weiter den Anschluss verlieren“, mahnt Thiemo Fojkar, Vorstandsvorsitzender des IB.  


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