Im Rahmen des Projekts „proWOOD+“ hat eine Delegation aus Ruanda Anfang Mai Deutschland besucht. Das Projekt wird vom Internationalen Bund (IB) im Auftrag von sequa umgesetzt und durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert. Ziel der Studienreise war der fachliche Austausch zu Berufsbildung, Gewerkschaftsstrukturen sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz im Holzsektor.
Insgesamt nahmen zehn Vertreter*innen aus Ruanda an dem Besuchsprogramm teil. Stationen der Reise waren unter anderem Kassel, Mainz und Frankfurt am Main. Dort besuchte die Delegation verschiedene Einrichtungen, Berufsbildungszentren, Gewerkschaften und Betriebe der Holzverarbeitung. Auch die Zentrale Geschäftsführung (ZGF) des IB in Frankfurt war Teil des Programms.
Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Frage, wie Gewerkschaften, Bildungseinrichtungen und Berufsgenossenschaften Beschäftigte im Holzsektor unterstützen, berufliche Bildung stärken und zu sicheren sowie fairen Arbeitsbedingungen beitragen können. Zudem erhielten die Teilnehmenden Einblicke in praktische Arbeitsabläufe, Sicherheitsstandards und Qualifizierungsmöglichkeiten im Bereich Holzverarbeitung und Tischlerei.
Mehr Chancengleichheit im Holzsektor
Ein besonderes Thema war die Rolle von Frauen im Holzsektor. In Gesprächen mit Fachkräften und Projektbeteiligten wurde diskutiert, wie mehr Chancengleichheit und berufliche Teilhabe in traditionell männlich geprägten Berufsfeldern gefördert werden können. Dabei tauschten sich die Beteiligten auch über Erfahrungen zur Stärkung von Frauen in Ausbildung und Beruf aus.
Der Besuch diente zugleich dazu, die internationale Zusammenarbeit zwischen den Partnern aus Ruanda und Deutschland weiter auszubauen. Der fachliche und interkulturelle Austausch schuf neue Impulse für zukünftige Kooperationen in den Bereichen Gewerkschaftsentwicklung, Berufsbildung und Arbeitssicherheit.
Internationale Partnerschaften und der fachliche Austausch über Ländergrenzen hinweg sind wichtige Voraussetzungen, um gute Arbeitsbedingungen, berufliche Perspektiven und soziale Teilhabe nachhaltig zu stärken. Mit Projekten wie proWOOD+ leistet der IB dazu einen konkreten Beitrag.
Thiemo Fojkar, Vorstandsvorsitzender des IB