"Kinder von heute sind entweder die Fachkräfte oder die Arbeitslosen von morgen"

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"Bildung ist ein zentraler Faktor für die Integration von Ausländern und Migranten in die deutsche Gesellschaft", so Bruno W. Köbele, Präsident des IB. "Und Bildung findet schon längst nicht mehr nur in der Schule oder während der Berufsausbildung statt", ergänzte Köbele, "sondern fängt schon im Kindergarten an. Der IB betreut in seinen Kindertagesstätten rund 6500 Kinder. "Förder-, Beratungs- und Sprachlernangebote gehören hier zum Standard", sagte Werner Sigmund, Vorsitzender des Vorstandes des IB, anlässlich der Jahrespressekonferenz in Frankfurt, auf der auch der aktuelle Geschäftsbericht des IB vorgestellt wurde. Laut Sigmund ist der Umsatz des IB e.V. im Jahr 2005 von 456 Millionen Euro um rund 15 Prozent auf 386 Millionen gesunken. Hauptfaktor für diesen Umsatzrückgang des IB e.V. war die Verlagerung von Aktivitäten in die gemeinnützige IB GmbH. Grund für die Betriebsübergänge ist der hohe Preisdruck, den die Bundesagentur für Arbeit im Bereich der beruflichen Bildung auf die freien Träger ausübt. Köbele bezeichnete es als absolut unverständlich, wenn in diesem Umfeld jetzt vom Haushaltsausschuss des Bundestags beschlossen wird, die Mittel für Integrations- und Sprachkurse um 67 Millionen Euro (32 Prozent) zu kürzen. Er appellierte an die Bundesregierung, die Zahl der Unterrichtsstunden für jene Zuwanderer, die das Lernziel mit 600 Unterrichtsstunden nicht erreichen, auf 900 Stunden zu erhöhen. Die Kursgrößen müssten von jetzt 25 auf 18 Teilnehmer begrenzt werden. Dass der Weg in Perspektivlosigkeit und soziale Ausgrenzung für diesen jungen Menschen flankiert wird durch eine höhere Gewaltbereitschaft, könne nicht verwundern, so Dr. Gero Kerig, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des IB. "Die Kinder von heute sind entweder die dringend benötigten Fachkräfte oder die Arbeitslosen von morgen", sagte Kerig. Deutschland könne es sich nicht mehr erlauben, so viele junge Menschen wie aktuell schlecht ausgebildet und vorbereitet in den Arbeitsmarkt zu entlassen. "Bildung ist mehr als Schule und Wissen alleine", unterstrich Kerig. Nach Schätzungen von Experten nehmen junge Leute nur noch 30 Prozent ihres Wissen in der Schule auf - umso wichtiger sind nach Ansicht des IB außerschulische Angebote für alle jungen Menschen. Wer sich in Sachen Bildung nur auf die offiziellen Bildungseinrichtungen wie Schulen verlasse, sei von gestern, stellt Kerig fest.

 

     
"In unseren Freizeiteinrichtungen, in der politischen, kulturellen oder internationalen Jugendarbeit des IB wird oft viel mehr Bildung vermittelt als in den Schulen." Die Vernetzung von schulischen Angeboten, der Jugendhilfe und Jugendsozialarbeit sei das Modell der Zukunft, so Kerig. Nur so könne die Aufnahmefähigkeit für neues Wissen gesteigert und damit letztendlich auch die Gewaltbereitschaft unterforderter Jugendlicher reduziert werden. 


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