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Steckbrief

Mein FSJ über den IB


Mein FSJ

Warum hast du dich für ein FSJ entschieden?
Ich war mir bereits sicher, dass ich später im psychotherapeutischen Bereich arbeiten möchte. Aber nach meinem Abitur kamen mir Zweifel, ob ich mit den psychiatrischen Themen klarkommen würde. Zudem fühlte es sich nicht richtig an, direkt zu studieren. Ich wollte erst arbeiten und schon ein Gefühl für eine 40-Stunden-Woche bekommen.

Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?
Ich komme kurz vor 9 Uhr auf die Station, dann gibt es eine kurze Übergabe zu den Patienten*Patientinnen. Vormittags besuchen diese die Klinikschule oder haben verschiedene Therapien. Dazwischen biete ich ihnen Gesellschaft an oder mache Beschäftigungsangebote. Außerdem kümmere ich mich um hauswirtschaftliche Aufgaben und bereite das Mittagessen vor. Ich habe Fluraufsicht und Telefondienst, begleite nachmittags Aktivitäten und dokumentiere meine Beobachtungen.

Hat dein FSJ deine Erwartungen erfüllt?
 Ja   Teilweise Nein

Was hast du während deines FSJ fachlich und persönlich gelernt?
Persönlich habe ich mitgenommen, dass ich diesen Beruf gern machen möchte – Jugendliche können einem viel zurückgeben. Ich habe Verantwortung übernommen, meine Grenzen kennengelernt und bin selbstbewusster geworden. Ich habe gelernt, mit schwierigen Situationen umzugehen, auch wenn Grenzen überschritten werden.

Fachlich habe ich erfahren, dass man junge Menschen niemals unterschätzen sollte. Auch sogenannte „Problemjugendliche“ sind selten allein für dieses Label verantwortlich, Bezugspersonen haben großen Einfluss auf ihre Entwicklung. Oft brauchen Jugendliche vor allem jemanden, der ihnen zuhört.


Meine Erfahrungen

Was hat dir an deinem FSJ am meisten Spaß gemacht?
Das Zusammenarbeiten mit meinen Kollegen*Kolleginnen, die gute Zeit in den Seminaren mit meiner Seminargruppe und den Standortsprechenden sowie die Kontakte mit den Jugendlichen auf meiner Station.

Worauf bist du während deines FSJ besonders stolz?
Dass ich mich getraut habe, erst Gruppensprecherin, dann Standortsprechende zu werden und auf der Bund-Länder-Tagung der Freiwilligendienste in Berlin mit Ministern*Ministerinnen zu sprechen. Außerdem war es anfangs nicht leicht, die Grenzen und Triggerpunkte der Patienten*Patientinnen einzuschätzen. Diese anfängliche Unsicherheit habe ich inzwischen überwunden.

Mein FSJ in drei Worten:
lehrreich, ausdauernd, Freundschaft

Mein schönster Moment im FSJ:
Zu realisieren, wie weit es manche Patienten*Patientinnen während ihres Aufenthalts bei uns geschafft haben und dass ich einen Teil dazu beitragen konnte. Besonders schön war es zu sehen, wie viel stärker manche Jugendliche wieder entlassen wurden.

Das nehme ich fürs Leben mit:
Freundschaften fürs Leben, mehr Selbstständigkeit und viele prägende Erfahrungen

Mein Team hat mich nie als „nur die FSJlerin“, sondern als gleichwertiges Teammitglied behandelt. Das hat mir gezeigt, wie wertvoll eine gute Zusammenarbeit ist.
Außerdem nehme ich ein neues Verständnis für das Gesundheitssystem und den Freiwilligendienst mit – und die Erkenntnis, dass Freiwilligendienste noch immer zu wenig gesellschaftliche Anerkennung erfahren.

Würdest du anderen ein FSJ über den IB empfehlen?
Ja Nein


Mein Blick nach vorn

Hat dein FSJ deine beruflichen Pläne verändert? Kannst du dir vorstellen, später in diesem Bereich zu arbeiten? 
Mein FSJ hat meinen Berufswunsch bestärkt und mir gezeigt, dass ich gern als Psychotherapeutin arbeiten möchte.

Welchen Tipp gibst du zukünftigen FSJlerinnen und FSJlern mit auf den Weg?
Am Anfang werdet ihr ins kalte Wasser geworfen, aber das macht es auch so schön. Hört auf euer Bauchgefühl, stellt Fragen, seid neugierig und probiert alles aus! Es ist normal, Fehler zu machen. Lasst euch davon nicht runterziehen, probiert es noch mal und fragt nach Feedback. Das FSJ ist die Chance, aus eurer Komfortzone rauszukommen! Genießt euer FSJ, knüpft Connections für eure Zukunft und nutzt die Zeit!

Neugierig geworden? Mehr über ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) mit dem IB erfahren.

Über mich

Porträt von Lea mit schulterlangen roten Haaren, lockerem dunkelgrauem T-Shirt und schwarzer Hose, die vor einer steinernen Wand steht und leicht lächelt


Name: Lea Schöllmann

Einsatzstelle: 
Zentrum für seelische Gesundheit, Kinder- und Jugendpsychiatrie
Klinikum Stuttgart 

Bereich: Pflege

Meine Aufgaben:
Kontakt zu Jugendlichen, hauswirtschaftliche Aufgaben, Schulbegleitungen, Unterstützung der Tagesstruktur von Patienten*Patientinnen, Mahlzeitenbegleitung, Planung von Abschiedsalben sowie Fluraufsicht und Telefondienst