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IB-Kinder- und Jugendwohnungen Dersenow

Das Haus wurde 1952 als Kinderheim eröffnet. Seit dem 01. April 1991 befindet es sich in Trägerschaft des Internationalen Bundes. Es ist Teil einer ehemaligen Gutsanlage mit einem angrenzenden Park. Hier gibt es neben Spielplätzen, auch zahlreiche Sportmöglichkeiten. 2002 wurde mit umfangreichen Umbaumaßnahmen begonnen, um modernen Ansprüchen gerecht zu werden. Schulen und Ausbildungsstätten befinden sich in Vellahn, Boizenburg und im näheren Umfeld. Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten der Region werden genutzt.

Heute befinden sich unter einem Dach drei Wohngruppen, die Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlecht und jeder Nationalität bewohnen. Ebenso stehen zwei Einzelwohnungen (betreutes Einzelwohnen) für Mädchen und Jungen ab dem Alter von 16 Jahren zur Verfügung. In diesen können sie erste Erfahrungen im selbständigen Wohnen sammeln. Grundsätzlich richten sich unsere Angebote an Kinder und Jugendliche und deren Familien, bei denen ein momentanes Zusammenleben in der Familie bzw. im bisherigen Umfeld nicht möglich ist. Beispiele dafür sind:

  • Beziehungsschwierigkeiten
  • Problemen in der Schule und Ausbildung
  • Aggression- und Gewalterfahrungen
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Schwierigkeiten im Umgang mit Normen und Regeln des Alltags
  • Perspektivlosigkeit

 

Methodik unserer Arbeit ist:

  • soziotherapeutische Gruppenarbeit
  • individuelle Trainingsprogramme
  • Gewaltprävention
  • Motivationsförderung
  • ressourcenorientiertes Arbeiten
  • Selbsterfahrung/ Reflexion
  • Kommunikationstraining

Ziele unserer Arbeit sind:

  • Wiedereingliederung in soziale Bezüge
  • Reintegration in die Herkunftsfamilie
  • Verselbständigung
  • Schrittweise Reintegration in die Gesellschaft

allen Bewohnern stehen zur Verfügung:

  • Kreativraum
  • Sportraum
  • Hobbyküche
  • Snozzelenraum
  • Außenanlagen für verschiedene Spiel- und Sportmöglichkeiten, Grillecke usw.

Voraussetzung:

  • Freiwilligkeit
  • Bereitschaft der Familie zur Zusammenarbeit
  • Wille zur Veränderung

GESETZLICHE GRUNDLAGEN: §§ 19, 27, 30, 34, 8a, 41, 42 SGB VIII

Bei uns besteht die Möglichkeit Freiwilligendienst zu leisten. Weitere Infos HIER.

 

 

Pädagogen in der Pampa

Trotz Fachkräftemangel arbeiten Pädagogen auch gern im stationären Bereich und genießen die Mecklenburgische Idylle in Dersenow nahe Boizenburg/Elbe.

Nun schon seit fast fünf Jahren leitet Sebastian Schröder die IB Kinder- und Jugendwohnungen Dersenow. Gleich nach dem Ende seines Sozialpädagogikstudiums hatte er die große Herausforderung als Heimleiter angenommen – im Rückblick eine aus seiner eigenen Sicht ziemlich mutige Entscheidung. Und eine ohne Reue. Bis heute fühlt er sich in Dersenow und als Chef noch immer wohl. Nicht ohne Grund sind aus den ursprünglich geplanten drei Jahren, in denen er sich in diesem Arbeitsfeld ausprobieren wollte, nun schon fast fünf geworden. Dabei kann er sich jederzeit auf die Unterstützung erfahrener Kolleginnen und Kollegen verlassen. Sebastian Schröder musste auch den einen oder anderen Personalwechsel verkraften. Er selbst hat das nicht so gewollt, kann es aber auch nicht immer verhindern. Manchmal passt der Arbeitsplatz eben nicht mehr zu einer sich ändernden privaten Planung, oder Kollegen gehen in den wohlverdienten Ruhestand. Trotzdem ist er sich sicher, dass die entstandenen Lücken gut wieder geschlossen werden konnten – nicht zuletzt durch Berufsanfänger, von denen gerade relativ viele in Dersenow beschäftigt sind. Das sei jedoch kein Zufall, sondern laut Schröder konkretes Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit den Berufsschulen. Viele junge Leute nutzen die Chance, sich als Praktikanten in Dersenow umzusehen, und manch einer dieser Praktikanten kehrte dann als neuer Mitarbeiter wieder zurück. Zurück in die Pampa, wie es Schröder & Co. selbstironisch nennen. Auch wenn es mancher vielleicht anders sehen mag, Sebastian Schröder empfand die mit den vielen nach Deutschland gekommenen Flüchtlingen verbundenen Herausforderungen eher als Bereicherung. Das galt besonders für die in Dersenow verstärkt aufgenommen jugendlichen Kriegsflüchtlinge, obwohl es anfangs starke Bedenken wegen der auf dem flachen Lande verbreitete rechte Gesinnungen gab. Die Aufnahme der jungen Ausländer bedeutete auch für die Dersenower Erzieher viel Arbeit, da galt es, sich neues Wissen anzueignen, von Ausländerecht und Aufenthaltsstatus bis zu Sprache und Kultur. Zugleich erwies sich der Umgang mit den ausländischen unbegleiteten Jugendlichen als ein dankbares Arbeitsfeld, sie wollen zur Schule gehen und fordern von den Erziehern Hilfe ein. Für die Zukunft könnte sich Sebastian Schröder allerdings eine wichtige Änderung vorstellen. Stichwort „integrative Wohngruppe“, in der halb und halb Ausländer und Deutsche untergebracht werden und sich von Anfang an gegenseitig besser kennenlernen können.

Seit einiger Zeit hat auch der Heimleiter einen neuen Lieblingsplatz in Dersenow. Genauer gesagt, seit er sein frisch renoviertes und freundlicher ausgestaltetes Büro beziehen konnte. Zwar liegt es immer noch im Kellergeschoss aber nun ist vom „Keller“ nichts mehr zu spüren. Inzwischen ist sein Büro sogar zu einer ersten Adresse für Kollegen wie für Besucher geworden – ein guter Platz um konstruktiv zu arbeiten oder auch mal gemütlich miteinander zu plaudern. Insofern erweist sich sein Büro im Keller gewissermaßen als gutes Fundament erfolgreicher Sozialarbeit in der Pampa.

 

Wenn Hannelore Hesse auf ihre vielen Arbeitsjahre beim IB zurückblickt, dann huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. Als gelernte Kindergärtnerin war sie im Oktober 1998 aus persönlichen Gründen vom Kindergarten in die stationäre Einrichtung nach Dersenow gewechselt und kann nun schon bald in ihren wohlverdienten Ruhestand gehen. Allerdings schwingt bei diesem Gedanken an das bevorstehende Ende ihres Berufslebens bei ihr ein Hauch von Wehmut mit.

Als ein besonderer Höhepunkt in ihrem Arbeitsleben ist ihr die Vollsanierung des Hauses vor einigen Jahren in guter Erinnerung geblieben. Schon in der Planungsphase waren damals auch die Ideen und Vorstellungen der Kollegen wichtig. Mit dem Einzug in das neue fertige Haus hatten sich die Arbeitsbedingungen für alle erheblich verbessert. Zugleich denkt sie gern daran zurück, dass sie vielen Kindern gute Grundlagen mit auf ihren Lebensweg geben konnte. Sicherlich sind es gerade in der stationären Arbeit oft eher die kleinen Erfolge, die motivieren, jeden Tag aufs Neue am Ball zu bleiben. Als Pädagoge braucht man dabei viel Geduld und enorme Ausdauer, um sich auch durch Rückschläge nicht aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen. Da sind dann stetig neue Ideen für einen anderen Blickwinkel gefragt. Dersenow in der Pampa? – Nein das hat Hannelore Hesse nie so gesehen. Dersenow bedeutet ein kleines Paradies etwas abseits vom Trubel. Aus ihrer Sicht ein großer Vorteil für die Kinder und Jugendlichen, um bodenständig zu werden und zu bleiben. Die Anbindung an die umliegenden Dörfer – links und rechts – bringen Kontakte. Gern werden die Einladungen aus der Dorfgemeinschaft beispielsweise zu Erntefesten oder Laternenumzügen angenommen. Das schafft Nähe.

Abschiede von den Kindern machen sie immer sehr traurig. Wie sie sagt, sei ihr jedes einzelne Kind mit allen seinen Besonderheiten ans Herz gewachsen. Sie engagiere sich stark für die Ziele der Kinder. Gern möchte sie ihnen mit einer guten Schulbildung einen guten Start ins Leben geben. Schade findet sie es auch immer, wenn Kollegen Dersenow verlassen. Schön sei es dagegen, wenn neue, besonders auch junge Kollegen in der Einrichtung ihre Arbeit anfangen. In beiden Fällen jedoch müsse sich das Team stets wieder neu formieren, und das koste allen Zeit und Kraft.

 

Da Juliane Haul schon immer in der stationären Kinder- und Jugendhilfe arbeiten wollte, nutzte sie im November vergangenen Jahres die Chance, in der IB Einrichtung in ihr Berufsleben zu starten. Vom Team schnell ernst genommen zu werden, gefiel ihr gut. Im Unterschied zum Praktikum, so Juliane Haul, konnte sie hier recht bald selber arbeiten. Da sie Herausforderungen braucht, kam ihr sehr entgegen, dass sie in Dersenow schnell Verantwortung übernehmen konnte. Mit ihrem medizinischem Wissen und den therapeutischen Ansätzen fühlt sie sich als gute fachliche Ergänzung für das Team. Besonders am Herzen liegt ihr das Erweitern der ergotherapeutischen Ansätze - und sei es auch nur, mit den Bewohnern einen leckeren Kuchen zu backen. Ihren Lieblingsplatz in Dersenow hat sich Juliane Haul selbst gestaltet. Mit Unterstützung einer Kulturmittlerin und den Kindern und Jugendlichen haben sie in gemeinsamer Arbeit auf dem Gelände einen Kräuter- und Gemüsegarten angelegt. Dieser wurde gehegt und gepflegt, und nun konnten sich alle über die erste Ernte aus ihrem Garten freuen - Kräuter für das tägliche Kochen. Aber auch die reifen Früchte sind immer schnell aufgegessen.

Trotz ihrer recht langen Fahrt nach und von Dersenow will sie in der Pampa bleiben. Die Rückfahrt nutzt sie, um schon recht entspannt wieder zu Hause anzukommen. Allerdings sei sie als Berufsanfängerin auch noch beim Orientieren und will sich daher noch nicht so festlegen. Und ein großer Wunsch: So dürfe es in Dersenow gern noch viel, viel bunter sein. Überall einwenig mehr Farbe, damit jeder Besucher gleich bemerkt, dass hier Kinder zu Hause sind.

 

Alexander Gerth ist in einem der Nachbardörfer von Dersenow aufgewachsen, also mitten in der Pampa. Schon in der Schule hörte er von den Kindern aus dem „Heim“, und so mancher von „denen“ lernte auch in seiner Klasse. Und an einem Sonntag vor zwei Jahren begann für ihn sein erster aufregender Arbeitstag beim IB in Dersenow.

Bewusster geworden ist ihm in der Zeit, dass jeder Mensch mit seinem Handeln andere Menschen beeinflusst und für das weitere Leben prägt. Die Kinder und Jugendlichen schauen sich Verhaltensweisen ab und übernehmen viele von ihren Erziehern. Zudem habe jeder Kollege seine Rolle und genau dies mache die bunte Mischung in diesem Team aus. Er ist stolz darauf, auch ein Teil dieser Mischung zu sein. Der IB ist für Alexander Gerth mehr als nur Arbeit, es ist auch ein Stück Leben. Dazu gehört für ihn, auch mal einen ganzen Tag oder eine Nacht in Dersenow zu verbringen. Ihm ist es wichtig, sich in diese Arbeit nicht nur als Erzieher, sondern auch als Mensch einzubringen. Neben dem tollen Park ist sein anderer Lieblingsplatz in der Einrichtung die Küche als Mittelpunkt in seiner Wohngruppe. Diese Küche ist ein häufiger Treffpunkt für die Bewohner wie für das Personal. So kommt man nach seinen Erfahrungen bei den Malzeiten ungezwungener mit den Kindern ins Gespräch, es sei dann alles nicht mehr so förmlich. Auf diese Weise würde sich mancher schneller öffnen, und Probleme können ungezwungen, fast wie nebenbei, besprochen werden - fast so wie in einer richtigen Familie eben. Während seiner Ausbildung hatte er viel über die kreative Öffentlichkeitarbeit gelernt. Und so gestaltet er in der Wohngruppe gern neue Aushänge. Dieser neue Farbklecks schafft mehr Aufmerksamkeit. So richtig ausleben kann er seine Kreativität besonders bei den Festen in der Einrichtung. Unter seiner Anleitung kann dann immer gebastelt und gestaltet werden.

Im nächsten Jahr beginnt für Alexander Gerth ein neues Abenteuer. Der Arbeitsgeber IB stellt ihn für ein Jahr frei, um Australien zu erkunden. Über diese Kulanz freut er sich und verspricht zugleich, nach seiner kleinen Weltreise nach Dersenow zurückzukommen – und zwar sehr gern. Und auch den Traum von der Schauspielerei hat er keineswegs aufgegeben. Vielleicht wird eines Tages doch noch was daraus – mit den guten Erinnerungen an die schöne Zeit in Dersenow im beruflichen Reisegepäck.

 

 

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