Tränen der Freude und Erleichterung

IB-Mitarbeiter Adil Demirci nach 14 Monaten Zwangsaufenthalt in der Türkei seit gestern wieder in Deutschland


Nach 14 Monaten endlich wieder im Kreis der Familie: Adil Demirci gestern nach seiner Ankunft aus Istanbul

Viele Freunde und Unterstützer hatten monatelang für die Freilassung von Adil Demirci gekämpft

Gestern Abend um 20.23 Uhr hatte das Warten endlich ein Ende: Nach 14 Monaten Zwangsaufenthalt in der Türkei konnte unser Kollege Adil Demirciauf dem Flughafen Köln-Bonn endlich wieder seine Familie umarmen. Es flossen viele Tränen der Erleichterung und Freude. „Ich bin natürlich froh, wieder daheim zu sein“, so der IB-Kollege. „Aber ich bin auch traurig, dass ich die letzten Tage nicht mit meiner Mutter verbringen konnte.

Vergangene Woche war die Mutter von Adil Demirci ihrem Krebsleiden erlegen. Die Türkei hatte im Anschluss überraschend zugestimmt, dass er gegen die Hinterlegung einer Kaution zu ihrer Beerdigung nach Deutschland ausreisen darf. Die Verstorbene hatte nach Angaben des Bruders von Adil Demirci bestimmt, dass das Gehalt, das der IB ihm weitergezahlt hat, nicht angerührt und für eine mögliche Kaution aufgespart wird.

So hat sich jetzt doch und überraschend alles zum Guten gewendet, wenn auch der Tod der Mutter die Freude über das Ende dieses Dramas überschattet. Die IB-Präsidentin Petra Merkel dankt dem Freundeskreis Adil Demirci für seinen Einsatz während der vergangenen 14 Monate, insbesondere aber auch Anke Brunn, bis Mai Mitglied im Präsidium, Dr. Lale Akgün, Mitglied des IB-Präsidiums, der früheren Vorsitzenden des IB-Konzernbetriebsrats Dr.Sabine Skubsch, dem Kölner Schriftsteller Günter Wallraf, den Mitarbeiter*innen des Auswärtigen Amtes und des Generalkonsulats in Istanbul sowie den Kolleginnen und Kollegen aus der IB West gGmbH, die sich seit der Verhaftung von Adil Demirci im April 2018 auf verschiedensten Wegen für seine Freilassung eingesetzt haben.

„Auch ihrem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass das Schicksal von Adil Demirci nicht in Vergessenheit geraten ist und die Türkei mit ihm nicht nach Gutdünken verfahren konnte,“ so die IB-Präsidentin. „Wir alle sind unendlich erleichtert, dass er Istanbul verlassen konnte und jetzt wieder zu einem normalen Leben zurückkehren kann.“

Aktuell ist noch unklar, wie es weitergeht. Offiziell sollte der Prozess gegen ihn wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Oktober fortgesetzt werden. Ob es dazu noch kommt, ist aktuell nicht abzusehen. Unsere Hoffnung ist jetzt, dass auch die verbleibenden politischen Häftlinge in der Türkei ebenfalls freikommen und das Land vielleicht doch wieder den Weg zurück zu einem Rechtsstaat findet.


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