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„Der Bedarf an psychosozialer Unterstützung für junge Menschen ist hoch“

IB kritisiert die Einstellung der „Mental Health Coaches“ – Studie zeigt steigende psychische Belastung bei jungen Menschen

Drei junge Frauen sitzen nebeneinander in einem Klassenzimmer. Im Hintegrund sind verschwommen weiße Wände, ein Stuhl und eine weitere Person am linken Bildrand erkennbar.
Jugendliche an einer Schule: Der Internationale Bund (IB) kritisiert die Einstellung des Programms „Mental Health Coaches“ (MHC). Foto: Hans Scherhaufer

Der Internationale Bund (IB) kritisiert die kurzfristige Einstellung des PräventionsprogrammsJMD Mental Health Coaches“ zum 31. Dezember 2025. Es bot jungen Menschen einfache Zugänge zu Informationen, Austausch und Unterstützung rund um das Thema psychische Gesundheit. Die Entscheidung für die Einstellung fiel im Zuge des Bundestags-Haushaltsbeschlusses für 2026.

Dabei belegen aktuelle Ergebnisse des „Deutschen Schulbarometers“ der Robert Bosch Stiftung eine hohe psychosoziale Belastung von Kindern und Jugendlichen. 25 Prozent der befragten Schüler*innen gelten als psychisch belastet – ein Anstieg seit dem Ende der Corona-Pandemie. 26 Prozent berichten von einer geringen Lebensqualität, 16 Prozent fühlen sich in der Schule nicht wohl. Fast die Hälfte der Jugendlichen empfindet hohen Leistungsdruck, rund 30 Prozent haben Mobbing erlebt. Besonders stark betroffen sind Schüler*innen aus einkommensschwachen Familien sowie Kinder mit pädagogischem Förderbedarf. Wertschätzung durch Lehrkräfte, ein positives Klassenklima sowie Mitbestimmungsmöglichkeiten wirken sich hingegen nachweislich positiv auf das Wohlbefinden aus.

Bedarf ist deutlich höher als vorhandene Angebote

Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich: Der Bedarf an psychosozialer Unterstützung für junge Menschen ist hoch – und er wächst weiter. Programme wie die ‚Mental Health Coaches‘ haben genau hier angesetzt und wichtige Räume für Austausch und Prävention geschaffen. Dass ein solches Angebot ohne Alternative eingestellt wird, ist nicht nachvollziehbar.

Thiemo Fojkar, Vorstandsvorsitzender des IB

Nach Einschätzung des IB reichen die bestehenden Unterstützungsangebote bei weitem nicht. Über alle Schulformen hinweg wird der Bedarf an psychosozialer Unterstützung als etwa doppelt so hoch vermutet wie die aktuell verfügbaren Kapazitäten. Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung das Ziel formuliert, eine ressortübergreifende Strategie zur Stärkung der mentalen Gesundheit zu entwickeln, die Gesundheit, Bildung und Jugendhilfe miteinander verzahnt. Bislang bleibt dieses Vorhaben jedoch aus. Im Gegenteil: Programme wie „Mental Health Coaches“, die sich ideal in eine solche Strategie einfügen würden, werden kurzfristig und ohne Ersatz gestrichen. Der IB fordert daher nicht nur einen flächendeckenden Ausbau bestehender Hilfsangebote, sondern auch die Entwicklung einer langfristigen Strategie zur Stärkung der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auf Bundesebene.

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