Immer mehr Menschen in Deutschland fühlen sich einsam. Das ist ein gesellschaftlicher Risikofaktor, den auch die Bundesregierung erkannt hat. Wer glaubt, Einsamkeit betreffe hauptsächlich ältere Menschen, irrt. Besonders die unter 30-Jährigen sind betroffen – wie eine Analyse des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigt. Die Studie macht deutlich: Freizeitangebote und direkte soziale Begegnungen helfen, um Einsamkeit entgegenzuwirken.
Als Begegnungs-, Bildungs- und Beratungseinrichtung setzt das Mehrgenerationenhaus (MGH) des Internationalen Bundes (IB) im brandenburgischen Panketal genau hier an. Ziel ist es, das Miteinander der Generationen und das nachbarschaftliche Füreinander zu fördern.
Ein Ort für Begegnung, gegen Einsamkein in all ihren Facetten
Das MGH richtet sich an alle Altersgruppen. Kinder, Familien, junge Erwachsene und ältere Menschen finden hier Gelegenheiten für Austausch und gemeinsame Aktivitäten – etwa Eltern-Kind-Yoga, Line Dance oder offene Freizeitformate.
Besonders gut besucht ist der wöchentliche Kaffeeklatsch. Nach gemeinsamem Kaffee und Kuchen werden in der Runde Gesellschaftsspiele gespielt.
Für viele Menschen ist unser Mehrgenerationenhaus der einzige soziale Anlaufpunkt. Wir befinden uns im Speckgürtel von Berlin, es gibt hier viele Einfamilienhäuser, wenn der Partner oder die Partnerin stirbt, fehlt vielen sozialer Kontakt.
Patrizia Scupin, Leitung des MGH Panketal
Um Betroffene in dieser schweren Zeit zu unterstützen, lädt das Haus zu einem Trauercafé ein – einem geschützten Rahmen für Gespräche, gemeinsames Lachen und Begleitung in der Trauer.
„Wir schaffen im Mehrgenerationenhaus einen Ort für Begegnungen und Austausch, um Einsamkeit in all ihren Facetten zu begegnen.“ Wer sich einsam fühlt, ist nicht zwangsläufig allein. Mit dem „Stammtisch für pflegende Angehörige“ bietet das Haus alle zwei Wochen einen festen Treffpunkt. Bei einem kleinen Frühstück, das vom MGH gestellt wird, finden pflegende Angehörige Zeit zum Auftanken. „Viele genießen diese Auszeit zum gemeinsamen Plaudern und das Gefühl, mit ihrer Situation nicht allein zu sein“, sagt Patrizia Scupin.
„Einsamkeit berührt Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenslagen – ob jung oder alt. Für den IB ist es deshalb wichtig, mit niedrigschwelligen Angeboten wie Mehrgenerationenhäusern Begegnungsräume zu schaffen“, sagt Thiemo Fojkar, Vorstandsvorsitzender des IB.
Ein monatlich erscheinendes Programm informiert über die Angebote des Hauses.