Die Zahl wohnungsloser Menschen in Deutschland bleibt hoch. Der Internationale Bund (IB) sieht darin ein deutliches Signal, den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu verbessern und Hilfsangebote nachhaltig zu stärken. Als Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) fordert der IB entschlossenes politisches Handeln, um Wohnungslosigkeit wirksam zu bekämpfen.
Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes waren zum Stichtag 31. Januar 2026 rund 452.900 wohnungslose Menschen in Deutschland kommunal untergebracht. Rund 41 Prozent von ihnen sind Kinder und Jugendliche, etwa ein Drittel ist alleinstehend. Trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Vorjahr bleibt die Wohnungsnot damit auf einem sehr hohen Niveau. Nach Einschätzung der BAG W bildet die amtliche Statistik zudem nur einen Teil der tatsächlichen Wohnungsnot ab: Nicht erfasst werden beispielsweise Menschen, die vorübergehend bei Freunden oder Verwandten unterkommen oder ohne Unterkunft auf der Straße leben.
Wer seine Wohnung verliert, verliert auch Sicherheit und Zukunftsperspektiven. Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf – es ist die Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb braucht es mehr bezahlbaren Wohnraum, eine wirksame Prävention und verlässliche Unterstützung für Menschen in Wohnungsnot.
Thiemo Fojkar, Vorstandsvorsitzender des IB
Rechtzeitig helfen und Wohnungslosigkeit verhindern
Der IB unterstützt wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen bundesweit mit vielfältigen Angeboten. Dazu gehören unter anderem Beratungsstellen, betreutes Wohnen, Wohnheime sowie weitere Hilfen, die Menschen dabei unterstützen, ihre Wohnung zu erhalten oder wieder ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Wohnungslosigkeit längst kein Randphänomen mehr ist. Wohnungsverlust lässt sich oft verhindern. Entscheidend ist, dass Menschen rechtzeitig die passende Unterstützung erhalten“, sagt Daniela Keeß, stellvertretende Vorsitzende der BAG W und Leiterin der Abteilung „Familie & besondere Lebenslagen“ beim IB.
Der IB sieht weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. Er fordert neben mehr bezahlbarem Wohnraum und effektiven Maßnahmen zur Begrenzung von Mietpreissteigerungen einen besseren Schutz von Mietern*Mieterinnen, den Ausbau präventiver Angebote sowie eine auskömmliche Finanzierung der Wohnungslosenhilfe.
Mehr zu den IB-Angeboten im Bereich Wohnungs- und Obdachlosenhilfe
Informationen zur Hitzehilfe des IB für wohnungs- und obdachlose Menschen