Bildungsungerechtigkeit in Deutschland nimmt zu

Ergebnisse des aktuellen Bildungsmonitors sind besorgniserregend / IB: Schlechtes Zeugnis für unser Land


Die Corona-Pandemie hat bundesweit Schwachpunkte der Bildungssysteme offengelegt, die zu Lasten der Bildungs- und damit der Chancengerechtigkeit gehen. Zu diesem Ergebnis kommt der 18. Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (ISNM). Danach sind bundesweit 56 Prozent der Eltern schulpflichtiger Kinder mit den Lernangeboten der Schulen während des vergangenen Schuljahres unzufrieden oder sehr unzufrieden. 22 Prozent waren zufrieden und lediglich knapp acht Prozent sehr zufrieden. Die Antworten korrelieren dabei mit der Schulbildung: Je geringer die Schulbildung der Eltern, desto größer deren Unzufriedenheit. Differenziert nach Bundesländern sind Eltern in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen und Brandenburg besonders unzufrieden. Im Mittelfeld liegen Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Berlin. Deutlich zufriedener als der Durchschnitt waren Eltern in Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bayern und Niedersachsen.

Der Studienleiter des Instituts der deutschen Wirtschaft, Prof. Dr. Axel Plünnecke, warnt in einer Pressemitteilung der ISMN vor den sich verschärfenden Problemen bei der Bildungsarmut und zunehmender Ungleichheit der Bildungschancen und betont die Bedeutung digitaler Kompetenzen für die künftigen Herausforderungen von Digitalisierung und Klimaschutz.

„Die Ergebnisse des diesjährigen Bildungsmonitors belegen bedauerlicherweise eindrucksvoll, dass wir mit unseren Warnungen richtig lagen“, stellt der IB-Vorstandsvorsitzende Thiemo Fojkar fest. „Beim Thema Bildungsgerechtigkeit geht die Schere immer weiter auf – und zwar nicht nur abhängig vom Bildungsstand der Eltern, sondern auch von der regionalen Herkunft. Das ist ein schlechtes Zeugnis für unser Land. Die Studie belegt auch, dass das Bildungssystem in Deutschland es immer seltener schafft, bei den jungen Menschen die Grundlagen für die berufliche Bildung zu legen. Das wird Auswirkungen auf die Zahl der dringend benötigten Fachkräfte haben.“. Spätestens nach der Bundestagswahl müsse mit den ständigen Ankündigungen Schluss sein, fordert Fojkar und das deutsche Bildungssystem endlich fit für die Herausforderungen der Zukunft gemacht werden. „Bildungsanbieter wie der IB können dabei eine wichtige Rolle übernehmen, wenn man uns lässt“, schließt der IB-Vorstandsvorsitzende.


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