Studie unterstützt Forderung nach mehr digitaler Bildung an Schulen

Pandemie zeigt: Andernfalls entscheiden Geschlecht der Kinder sowie Herkunft und sozialer Status der Eltern über Kompetenz


Der Internationale Bund (IB) weist auf eine Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung hin, laut der an Schulen mehr digitale Bildung stattfinden sollte. Foto: Geralt / pixabay.com

Der Internationale Bund (IB) weist auf eine Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) hin, die seine Auffassung zur digitalen Bildung an Schulen stützt: Demnach hat die COVID-19-Pandemie deutlich gezeigt, wie sehr entsprechende Kompetenz bei Kinder von deren Elternhaus abhängt. Dies spricht für die seit langem vom IB erhobene Forderung, Schülern*Schülerinnen im Unterricht mehr IT-Kenntnisse zu vermitteln.

Der Fernunterricht über digitale Kanäle während der Pandemie hat die Defizite bestimmter Gruppen von jungen Menschen intensiv zu Tage treten lassen. Die Kinder von Eltern mit Migrationshintergrund haben laut der Studie größere Probleme mit Laptop, Tablet und Co. als der Durchschnitt. Gleiches gilt für Nachwuchs aus von Arbeitslosigkeit betroffenen Haushalten. Selbst wenn die Schule dann digitale Geräte für das Distanz-Lernen zur Verfügung stellt – was keines falls selbstverständlich ist – fehlt oft das Wissen zu deren Bedienung. Dies führt dazu, dass Schüler*innen, die ohnehin schlechtere Noten haben, weiter zurückfallen.

Verstärkung ungleicher Geschlechterverhältnisse und des Fachkräftemangels

Auch das Geschlecht spielt für die IT-Kenntnisse ab einem bestimmten Zeitpunkt der Entwicklung eine wichtige Rolle. Von der zehnten Klasse an, wenn die Jugendlichen also in etwa 16 Jahre alt sind, verfügen Jungen über mehr digitale Kompetenzen als Mädchen. Dieses Problem zeigt sich entsprechend auch bei Erwachsenen. Daraus resultieren ungleiche Geschlechterverhältnisse von Arbeitnehmenden in vielen technischen Branchen, die einen Fachkräftemangel beklagen – und entsprechend Bewerberinnen gut gebrauchen könnten.

„Wir brauchen dringend mehr IT-Unterricht in den Schulen. Herkunft oder sozialer Status dürfen nicht über die entsprechenden Kompetenzen der jungen Menschen entscheiden! Angesichts des dauerhaften Digitalisierungs-Prozesses in der deutschen Wirtschaft schränken fehlende Kenntnisse in diesem Bereich die beruflichen Möglichkeiten von jungen Menschen stark ein“, erläutert Thiemo Fojkar, Vorstandsvorsitzender des IB.


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