„Wir sind erleichtert über die gestrige Entscheidung des Istanbuler Gerichts“

IB-Präsidentin Petra Merkel dankt nach der Freilassung von Adil Demirci allen Unterstützerinnen und Unterstützern


Adil Demirci

Endlich wieder auf freiem Fuß: In Istanbul feiern die IB-Mitarbeiterin Sabine Skubsch (3.v.l.), Anke Brunn vom Präsidium des IB (3.v.r.) und der Schriftsteller Günter Wallraff (2.v.r.) die Entlassung von Adil Demirci (4.v.l.) aus der Haft.

Nach zehnmonatiger Haft ist der IB-Mitarbeiter Adil Demirci nach dem zweiten Verhandlungstag des Prozesses gegen ihn in Istanbul gestern unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Er darf die Stadt allerdings nicht verlassen. Für den 30. April ist die Fortsetzung des Verfahrens gegen ihn geplant.

„Wir sind erleichtert über die gestrige Entscheidung des Istanbuler Gerichts, unseren Mitarbeiter aus dem Gefängnis zu entlassen“, so die IB-Präsidentin Petra Merkel. „Auch wenn er die Türkei aktuell noch nicht verlassen darf, kann er jetzt wenigstens zusammen mit seiner Familie den Fortgang des Prozesses abwarten. Das ist eine große Entlastung für ihn und für seine viele Unterstützer*innen.“

Adil Demirci ist Mitarbeiter des IB in Remscheid. Hier berät er junge Menschen bei ihrer Integration in Deutschland. Im April war er zusammen mit seiner Mutter nach Istanbul gereist, um Verwandte zu besuchen. Dort war er unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung am 18. April 2018 festgenommen worden. Erst im November wurde darüber erstmals vor Gericht verhandelt.

Im November und gestern hatte der IB zwei Prozessbeobachterinnen entsandt. „Unser Präsidiumsmitglied Anke Brunn und unsere Mitarbeiterin Dr. Sabine Skubsch haben damit auch öffentlich deutlich gemacht, dass wir zu Adil Demirci stehen. Wir haben die Hoffnung nie aufgegeben, dass sich die Vorwürfe gegen ihn als haltlos erweisen werden und er aus der Haft frei kommt.“

Der IB hatte nach der Verhaftung von Adil Demirci seinen Arbeitsvertrag entfristet und zur Unterstützung seiner Familie sein Gehalt weitergezahlt. Petra Merkel hatte in mehreren Schreiben den Bundespräsidenten, die Bundeskanzlerin und den Außenminister aufgefordert, sich auf diplomatischem Weg für die Freilassung des IB-Mitarbeiters einzusetzen.

Der IB dankt allen Unterstützer*innen und Kolleg*innen für das Engagement, mit dem an das Schicksal von Adil Demirci erinnert und die so dafür gesorgt haben, dass er nicht in Vergessenheit gerät.

„Wir hoffen jetzt, dass das Gericht Ende April auf Freispruch entscheidet, so dass Adil Demirci die Türkei verlassen darf und endlich wieder nach Deutschland zurückkehren kann“, sagt Petra Merkel. „Möge seine Freilassung ein gutes Zeichen für diejenigen sein, die weiterhin ungerechtfertigt in türkischen Gefängnissen ausharren müssen.“


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